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Entstehungsgeschichte vom SKI-CLUB “OBERES JOHANNLAND” e.V. Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges (1945), nach Neuregelung des Währungssystems von der Reichsmark zur Deutschen Mark (Juni 1948) und nach Einführung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949) begann in Deutschland eine wirtschaftliche Blütezeit und es herrschte eine politisch wesentlich entspanntere, eine in sich verlässlichere Lage. Die Bürger mussten vorrangig nicht mehr ausschließlich um die Befriedigung der Bedürfnisse des täglichen Lebens kämpfen. Der Wiederaufbau des Landes anlässlich der katastrophalen Kriegsschäden war in vollem Gange. 1950 wurde die ARD gegründet, die erste Fernseh-Außenübertragung in schwarz-weiß erfolgte 1951. Eingeführt wurde durch Bundestagsbeschluß (1956) die allgemeine Wehrpflicht. Erstmalig erschien in dem letztgenannten Jahre die Kultzeitschrift < Bravo > für die Jugend –, < Neckermann machte es möglich > und < Bauknecht wusste zu jener Zeit, was Frauen sich wünschen > . Die in dieser Ära volkswirtschaftlich und politisch gewollte Arbeitslosigkeit am Arbeitsmarkt lag bei unter einem halben Prozent (!), also, es herrschte absolute Vollbeschäftigung. Aufbruchstimmung und Tatendrang bestimmten seinerzeit die Gegenwart. Sehr positiv und schnell begann sich das gesellschaftliche Leben aller Bevölkerungsschichten zu entwickeln. Aufgrund der vielen skisportbegeisterten Menschen im Oberen Johannland, die ein gemeinsames Interesse am Wintersport bekundeten -vorwiegend am Skilauf in der freien Natur-, wurden im Jahre 1955 Überlegungen angestellt, wie der Skisport in gelenkte Bahnen geführt, organisatorisch dargestellt und praktisch durchgeführt werden konnte. Nach einigen vorherigen lockeren Treffen und Besprechungen der interessierten Skisportler im Spätherbst 1955 fand dann die Gründungsversammlung für einen Ski-Club am 15.01.1956 im Gasthof Ley in Irmgarteichen statt. An jenem schneeverhangenen Wintertag - die Schneehöhe an diesem Sonntag betrug im Dorf Hainchen etwa 85 cm, die Hainchener Höhe hatte über einen Meter der weißen Pracht - wurde um 14.30 Uhr der Ski-Club mit dem besonders heimatverbundenen Namen „Oberes Johannland“, vorerst mit
Sitz in Irmgarteichen, aus der Taufe gehoben.  Blick von der Hainchener Höhe (bis 675 m über N.N.) über das Obere Johannland, im Vordergrund der Talkessel mit den Stadtteilen Hainchen und weiter hinten Irmgarteichen der Stadt Netphen, Kreis Siegen, NRW Die Gründungsurkunde wurde von den aktiven Skisportlern Hubert Sting (┼) und Josef Hartmann (┼) aus Irmgarteichen, Josef Kringe, Hans Stahl und Otto Kringe aus Hainchen sowie Rolf Schlemper (┼) , Meinolf Stahl und Arnold Neuser (┼) aus Werthenbach-Bahnhof unterzeichnet. Bestellt wurden die notwendigen Vorstandsmitglieder, was aber nicht ganz so einfach war. Denn als noch nicht beim Amtsgericht im Vereinsregister eingetragener Verein musste zum damaligen Zeitpunkt jedes Vorstandsmitglied für evtl. Schadensfälle mit seinem privaten Vermögen haften. Viele der Vorstandsmitglieder waren Jugendliche, das Volljährigkeitsalter lag damals noch bei 21 Jahren, also hätten im schlimmsten Falle u. U. die jeweiligen Eltern für Schadensfälle, die Gott sei Dank in den ersten Jahren bis zum Eintrag ins Vereinsregister als „e.V.“ -und überhaupt nie- eingetreten sind, haften müssen. Gründungsmitglieder waren und kamen aus: Irmgarteichen: Hubert Sting , auch der erste 1. Vorsitzende des Ski-Clubs, war Antriebsfeder der Gründungsväter, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Langläufer- Josef Hartmann , Unterstützer der Gründungsidee, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Langläufer- Hainchen: Josef Kringe , Förderer der Gründungsidee und unermüdlicher Unterstützer zur Erreichung der gesetzten wirtschaftlichen und sportlichen Ziele, lange Zeit 2. Vorsitzender und 12 Jahre während der Entwicklungszeit Geschäftsführer des Ski-Clubs, - in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Rennläufer- Hans Stahl , Förderer der Gründungsidee und unermüdlicher Unterstützer zum Erreichen der gesetzten sportlichen und wirtschaftlichen Ziele, lange Zeit Inhaber verschiedener Funktionen während unterschiedlicher Zeiten im Ski-Club, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Skispringer und Abfahrtsläufer - Otto Kringe , Unterstützer der Gründungsidee, nach einigen Jahren wegen Wohnsitzwechsel aus dem Club ausgeschieden, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Langläufer- Werthenbach-Bahnhof: Rolf Schlemper , Unterstützer der Gründungsidee, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Rennläufer- Meinolf Stahl , Förderer der Gründungsidee, unermüdlicher Unterstützer zum Erreichen der gesetzten Ziele, Inhaber verschiedener Funktionen während unterschiedlicher Zeiten im Ski-Club, heute noch aktiver 1. Loipenwart, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Rennläufer- Arnold Neuser , Unterstützer der Gründungsidee, nach geraumer Zeit wegen Wohnortwechsel aus dem Club ausgeschieden, -in den Anfangsjahren des Ski-Clubs aktiver Rennläufer- Als Versammlungsstätte und Clublokal wurde die Gaststätte Ley (Inh. Scholl) in Irmgarteichen bestimmt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Hubert Sting gewählt. Somit waren die vorerst grundlegenden Bedingungen für die Entwicklung des Clubs geschaffen. Ziele und Aufgaben (auszugsweise ): Vorrangige Ziele des neu gegründeten Ski-Clubs waren, den Eintrag in das Vereinsregister und den Status der Gemeinnützigkeit zu erlangen, dem Westdeutschen Skiverband im Deutschen Skiverband beizutreten, planmäßige Anleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Skilauf zu geben, Sportstätten zu errichten und zu unterhalten, als Ski-Club alpine und nordische Wintersport-Veranstaltungen durchzuführen, -immer im Einklang mit der Natur-, an Meisterschaften teilzunehmen und Gemeinschaftsharmonie für alle Altersgruppen und Schichten der Bevölkerung zu pflegen, aber nicht etwa im Konkurrenzkampf mit anderen (auch sporttreibenden) Vereinen.  WP-Foto aus dem Jahre 1981 Foto anlässlich der 25-Jahr-Feier des Ski-Clubs in der Sporthalle der Johannlandschule in Hainchen: Diese Sportler waren u. a. Gründungsväter im Januar 1956 und hatten damit 25-jährige Mitgliedschaft im Jahre 1981: Josef Hartmann (1.v.l.) Hubert Sting (2.v.l.) Hans Stahl (3.v.l.) Josef Kringe (3.v.r.) Meinolf Stahl (r.), Folgende Sportler wurden u. a. Mitglieder im Gründungsjahr und hatten gleichfalls 25-jährige Zugehörigkeit im Jahre 1981: Dieter Klose (4.v.l.) Günter Janssen (2.v.r.)  Foto Ski-Club Foto anlässlich der 50 -Jahr-Feier des Ski-Clubs am 13. Mai 2006: Gründungsväter 1956 u. a. und somit 50-jährige Clubzugehörigkeit im Jahre 2006: Meinolf Stahl (1.v.l.), Josef Kringe (3.v.l.), Hans Stahl (r.) Mitglieder u. a. seit dem Gründungsjahr und somit 50-jährige Clubzugehörigkeit im Jahre 2006: Dieter Klose (2.v.l.), Hubert Wüst (2.v.r.) Weil die Erwartungen an den geregelten Skilauf naturgemäß recht groß waren, wurde bereits in der Gründungsversammlung beschlossen, an den folgenden Sonntagen skitechnische Sportveranstaltungen durchzuführen. Die der Gründungsversammlung folgenden Wochen waren für die Verantwortlichen des in den Kinderschuhen steckenden Ski-Clubs mit großen Anstrengungen zur Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen belegt. Da Stoppuhren, Startnummern sowie Feldtelefone (diese Feldtelefone gab es nur in benzinkanistergroßen Geräten am Markt und sie waren weder zu transportieren noch zu leihen) fehlten und die aus heutiger Sicht damals noch junge, aber gute und stabile DMark in der Clubkasse nicht vorhanden war, musste Erfindergeist und Ideenreichtum die Lücken schließen. So fand beispielsweise die Auslosung der Startnummern für die Rennläufer oder Skilangläufer im Laufe der Woche vor der Veranstaltung statt. Jeder Startberechtigte musste sich dann daheim von seiner Mutter oder Schwester eine Startnummer nähen lassen. Vom Aussehen her nach heutigen Vorstellungen eine Unmöglichkeit. Aber der Zweck heiligte schon damals die Mittel.
Der erste Abfahrtslauf fand nach der Gründungsversammlung dann zwei Wochen später von der Hainchener Höhe (oberhalb vom Steinbruch Groos, der Eisenstraße bzw. dem heutigen Rothaar-Wandersteig) über die Breite Eiche bis zum Kirrweg (heutiger Meisenweg) bei Pauel`s Dreschschuppen statt. Teils noch mit Skiern, die ein Hainchener Stellmacher, Kremersch Joseph (┼) in Eigen-Produktion hergestellt hatte und die jeden Abend nach Benutzung in einer Leiter neu gespannt werden mussten. Vorher wurden die Skispitzen aber noch im heißen Wasser gefügig gemacht. Nach der Spannung wurde mit Kerzenwachs (Kerzenreste der Weihnachts-baumbeleuchtung wurden gesammelt und flüssig gemacht) gewachst und mit Mutters einzigem Bügeleisen im Haushalt, - welches meist still und heimlich genutzt, aber insgeheim doch geduldet und nur auf dem holzbefeuerten Küchenherd heiß gemacht werden konnte -, geglättet und so für eine einigermaßen renntaugliche Skisohle gesorgt.
Der Andrang von Skiläufern zur Teilnahme am ersten Skirennen in unserer Region war enorm groß, denn für die vorderen Siegerplätze gab es keine Medaillen, Urkunden oder Pokale, sondern wegen dieser fehlenden Requisiten - neben dem persönlichen und sportlichen Erfolg - Bargeld. Der erste Platz im Rennen wurde mit 7 DM, der zweite mit 6 DM, der dritte Platz mit 5 DM, der vierte mit 4, der fünfte mit 3 und der 6. mit 2 DM belohnt. Diese Siegprämien waren nicht garantiert, sondern errechneten sich immer aus dem Teilnehmerfeld, denn jeder Starter musste eine halbe DM Startgebühr bezahlen. Hohe Teilnehmerzahlen garantierten eine hohe Erfolgsausschüttung, wenige Starter brachten natürlich nur geringe Einnahmen und somit schlechtere Gewinnqouten. Da zu diesen ersten Veranstaltungen noch kein Eintritt von den Zuschauern verlangt wurde, ging ein Verantwortlicher des Ski-Clubs zum Ende der Veranstaltung mit dem „Hut“ rund, um ein paar DMark Erlebnis- und Unkostenbeitrag einzusammeln.
Mit über 60 Teilnehmern war dieser erste organisierte Abfahrtslauf in der Geschichte des Ski-Clubs, sowie im Oberen Johannland überhaupt, sehr stark besetzt. Startbeginn war nachmittags um 14.00 Uhr, wie gesagt auf der Hainchener Höhe. Dazu wiederum waren auch ganz erhebliche Anstrengungen notwendig, denn ohne Stoppuhr und Funkgerät, Handys gab’s noch nicht und ohne möglichen Sichtkontakt vom Start zum Ziel war das Ganze ein Riesenspektakel. Trotzdem verlief alles reibungslos. Um 12.15
Uhr musste jeder Teilnehmer bei Pauel`s Dreschschuppen sein. Dort wurde eine in der Vorwoche gezogene Startnummer vom sportlichen Leiter an jeden Teilnehmer ausgehändigt, dann ging es eilenden Fußes die Strecke bis zum Start auf den Berg hoch, die Skier dabei am Rücken der Abfahrtsläufer. Einige der gemeldeten Läufer kamen wegen der hohen Schneelage überhaupt nicht am Start an. Es blieb noch das Problem der Zeitnahme. Dies wurde zwischen den zwei Verantwortlichen am Start und den zwei Zeitnehmern im Zielraum so gelöst, dass eine 3/4 Stunde vor dem Start ein genauer Uhrenvergleich mit Sekundeneinstellung stattfand. Die zwei Starter wurden dann mit einem Motorrad (NSU Max) ! eines Förderers des Skisports auf die Hainchener Höhe gebracht und mussten zum Start die letzten 500 m durch den tiefen Schnee flinken Beines wandern. Alle aber waren pünktlich am Startplatz zum Rennbeginn anwesend.
Zum Start ab 14.00 Uhr ging alles wie im Blindflug. Im Minutentakt wurden dann die Rennläufer auf die Strecke geschickt, ohne zu wissen, ob die Strecke wirklich frei oder ob ein vorheriger Läufer gestürzt und die Abfahrtsbahn blockiert war. Es soll vorgekommen sein, dass gestürzte Läufer einfach übersprungen bzw. umfahren (nicht umgefahren) wurden. Die Strecke von der Hainchener Höhe bis zum Ziel am Kirrweg hatte etwa eine Länge von 1750 m bei 178 m Höhenunterschied, also im Durchschnitt etwas mehr als 10% Gefälle, wovon aber gut 500 m über das Gebiet der Breiten Eiche mehr Langlaufstrecke als Abfahrtspiste waren. Die Teilnehmer mussten bei diesem Lauf noch alle in einer Leistungsklasse starten. Also, ob jung oder alt, ob Könner oder Anfänger. Dementsprechend waren auch die gefahrenen Zeiten, die etwa zwischen 6 und 15 Minuten für die Strecke betrugen. Bei diesem ersten Rennen ist es tatsächlich vorgekommen, dass der eine oder andere Abfahrtsläufer von nachfolgenden Läufern auf der Strecke überholt wurde. Gewalzte Pisten, so wie die heute etwa vorhanden sind, gab es nicht. Es wurde teilweise noch durch den Tiefschnee gefahren. Sehr positiv war, dass die meisten gestarteten Läufer den Zielraum unter dem Beifall der begeisterten Zuschauer erreicht haben, egal welche Zeiten gefahren worden waren. Bei diesem ersten Abfahrtsrennen waren schon mehr als 100 begeisterte Zuschauer gekommen.
Die mit Spannung erwartete erste Siegerehrung sowie Preisverteilung fand anschließend im Zielbereich nach Auswertung der Starterlisten und Laufzeiten statt. Die Erstplazierten des Rennens waren natürlich hocherfreut über den persönlichen sportlichen Erfolg und insbesondere über den Geldgewinn, denn der erste Preis war der Höhe nach seinerzeit immerhin etwa 12% eines monatlichen Brutto-Lehrlingslohnes und damit eine erhebliche Menge Bargeld. Nach Beendigung des Rennens hatte dann der sportliche Leiter mit seiner Truppe die unabwendbare Aufgabe, noch zur Hainchener Höhe zu gehen und bei aufkommender Dunkelheit beim Abwärtsfahren mit den Skiern über die Rennpiste ins Tal die Strecke zu kontrollieren, ob doch nicht möglicherweise der eine oder andere Nichtstarter oder Zuschauer im Schnee stecken geblieben waren. Hier muss man wissen, dass die Pflichten genauso ernst wie die Freuden des Skilaufs genommen wurden. Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst oder sonstige Rettungstruppen für derartige Veranstaltungen standen seinerzeit organisationsmässig noch nicht zur Verfügung. Festgehalten werden muss hier aber, dass die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes Irmgarteichen in späteren Jahren bei fast allen Groß-Veranstaltungen präsent und hilfreich war. Auch der Malteser Hilfsdienst muss hier wegen seiner umfangreichen Aktivitäten nachdrücklich positiv erwähnt werden. An dem folgenden Sonntag fand vereinbarungsgemäß eine erneute Veranstaltung des Ski-Clubs statt. Nämlich ein Langlauf über etwa 12 km. Dieser führte von Pauel´s Dreschschuppen hoch über die Breite Eiche, vorbei an der neuen Hütte des Ski-Clubs zur und über die Eisenstraße hin bis zum Hainchener Jagdberg (675 m über NN), übrigens der höchsten Erhebung im ehemaligen Kreisgebiet Siegen und von dort zum jetzigen Parkplatz vorm Lahnhof als Ziel. Während des Wettkampfes waren insgesamt 248 Höhenmeter zu bewältigen. Hier ist wichtig zu wissen, dass die eigentliche Langlaufloipe am Tag oder am Morgen vor dem Start von mindestens 2 Läufern per „Allroundski“ gespurt werden musste um eine einigermaßen feste Loipe im Schnee zu haben. Ein Loipengerät stand damals noch nicht zur Verfügung. Also eine wichtige Aufgabe für den Loipenwart und seiner Truppe. Festhalten muss man hier, dass der jeweilige Wintersportler nur ein paar Ski zur Verfügung hatte, nämlich Allzweckskier, die für den Abfahrts- und für den Langlauf sowie für das Skiwandern verwendet wurden. Startbeginn am Wettkampftag war um 13.00 Uhr. Auch hier war der Teilnehmerandrang sehr, sehr groß. Von Könnern und nicht so großen Spezialisten. Hier hat auch ein schon zu diesem Zeitpunkt betagterer Langläufer den Satz geprägt, als er ständig in der Spur, auch von den jüngsten Teilnehmern, überholt wurde: „Nicht die Schnelligkeit ist entscheidend, sondern nur die Ausdauer ist siegbringend“. Fakt war, dass die guten trainierten Langläufer diese Strecke in einer Zeit unter einer Stunde schafften. Dieser vorhin genannte ´Klasselangläufer` erreichte dann bei lang eingebrochener Dunkelheit um etwa 16.45 Uhr und nur noch schwach leuchtender eigener Taschenlampe das Ziel. Die meisten Langlaufteilnehmer waren zu dieser Zeit schon wieder zuhause oder aber mindestens auf dem Heimweg. Ernste Gedanken hatten sich die Verantwortlichen im Zielraum schon darüber gemacht, ob und wie man diesen scheinbar verschollenen Wettkampfteilnehmer bei Schneefall in der Dunkelheit im Hochwald suchen und finden könne. Für das gesamte Teilnehmerfeld gab es auch hier einen positiven Aspekt. Nämlich dass der erste wettkampfmässige Langlauf geschafft und die Heimkehr -nach dringend notwendiger Stärkung im Wirtshaus Heinrich am Lahnhof- überwiegend bergab ging, denn es musste ja in etwa die gleiche Kilometerzahl vom Zielbereich bis nach Hause noch zurückgelaufen werden, jedoch nicht mehr unter schweren Wettkampf-Bedingungen. Der Handlungsablauf der Organisation für diesen Langlauf war im Prinzip der gleiche, als beim ersten Abfahrtslauf. Hainchen: ………. 1213/1218 als Ort erstmals urkundlich erwähnt ………. bis 31.12.1968 selbstständige Ortschaft/Gemeinde und jahrhundertelang zugehörig zum Amtsbezirk Netphen ………..ab 01.01.1969 zur Großgemeinde Netphen gehörend ………. bis 31.12.1999 Ortsteil der Großgemeinde Netphen ………. ab 01.01.2000 Stadtteil der neuen Stadt Netphen
 Die heutige Langlaufloipe, rot gekennzeichnet, auf der Hainchener Höhe So finden Sie nach Netphen-Hainchen: (Autobahn A45 Abfahrt Wilnsdorf über Rudersdorf nach Hainchen oder
Autobahn A45 Abfahrt Dillenburg über Eibelshausen nach Hainchen oder
Landstraße von Winterberg über Bad Berleburg, Feudingen nach Hainchen)  So hat sich über die Anfangsjahre hin der Ski-Club sehr gut entwickelt, hat eigene Veranstaltungen und jährliche Clubmeister-schaften im alpinen und nordischen Bereich, auch auf Bezirksebene durchgeführt, die aktiven Skisportler haben an Bezirks- und Landesmeisterschaften sowie an Veranstaltungen anderer Vereine teilgenommen. Die Mitgliederzahl des Ski-Clubs Oberes Johannland hatte alsbald die magische Grenze von 100 skibegeisterten, überwiegend jugendlichen Sportlern überschritten.
Um hier einmal die Unwegsamkeiten darzustellen, die sich seinerzeit bei der Teilnahme an einer Veranstaltung eines anderen Ski-Vereines oder an offiziellen Meisterschaften ergaben, vorausgesetzt, man besaß auf Grund guter sportlicher Leistungen überhaupt den Startpass des Deutschen Skiverbandes/Westdeutschen Skiverbandes, folgendes: Da zu dieser Zeit kaum ein Auto vorhanden war, mussten die Veranstaltungsorte, wie z.B. Oberhundem, Erndtebrück, Winterberg oder Altastenberg mit dem Linienbus der Siegener Kreisbahn angefahren werden. Von Werthenbach-Bahnhof morgens um 8.00 Uhr -nach dem etwa 1,5 km langen Fußmarsch von Hainchen aus in manchmal eisiger Kälte- fuhr man mit der Kleinbahn bis nach Netphen, von dort mit dem Omnibus über Herzhausen, Hilchenbach, Erndtebrück nach Berleburg oder einem anderen Veranstaltungsort. Ebenso in ungekehrter Fahrtrichtung die Rückfahrt. Die Skier und den öfters zu Stein gefrorenen vollen bzw. leeren Brot- oder Verpflegungsbeutel immer unterm Arm. Soweit ich mich jahresmässig richtig erinnere, geschah im Jahre 1959 der Umstand, dass der Omnibus, mit dem die Aktiven von einem Bezirks-Wettkampf aus Hilchenbach nach Hause fuhren, zwischen Herzhausen und Netphen wegen Schneeglätte in den Graben rutschte. Abschleppunternehmen, wie es diese heute gibt, waren damals eine Fehlanzeige. Damit überhaupt eine Chance bestand noch nach Hause zu kommen und ab Netphen die letzte Dampflok mit Personenwaggon der Kleinbahn Weidenau–Deuz um 22.00 Uhr in Richtung Oberes Johannland zu erreichen, blieb allen Businsassen nichts anderes übrig, als kräftig anzupacken und den Bus aus dem Graben zu schieben. Wie die Skikleidung der Sportler und die Kleidung der übrigen Insassen nach diesem Kraftakt aussahen, kann sich jeder bildlich vorstellen.
Ein Mitgliedsausweis des SC Oberes Johannland Ein Startpass des Deutschen Skiverbandes aus aus dem Jahre 1970 dem Jahre 1959  Eigen-Foto Bezirksmeisterschaften 1959 in Hilchenbach-Lützel (H.Görg,Werthenbach, F.Sting, Irmgarteichen, J.Kringe und H.Stahl, Hainchen, A.Neuser, Werthenbach-Bahnhof) Zu jener Zeit gab es tatsächlich noch deutlich mehr Schnee als zur heutigen Zeit, obwohl die letzten zwei Winter der Jahre 2004/2005 und 2005/2006 eigentlich auch alle sich angesammelten Wünsche haben erfüllen können. Beispielsweise fanden im Jahre 1958 wegen zeitmässig sehr langer Winterkälte und Schneelage am 23. März noch die Clubmeisterschaften im Abfahrtslauf in Werthenbach in der Mattenbach statt.  Eigen-Foto Clubmeisterschaften 1958 im Abfahrtslauf in Werthenbach in der Mattenbach Dieter Klose, Josef Kringe, Guido Schneider (alle Hainchen) Hinsichtlich der Schneelage musste in früheren Jahren auch hin und wieder mal mehr oder weniger nachgeholfen werden, vorwiegend bei Skisprungveranstaltungen am Neujahrstag, weil es noch keine Schneekanonen gab. War noch nicht genug der weißen Pracht bis zur Jahreswende im Bereich der Sprungschanze vom Himmel gekommen, wurde mit einem Traktor aus höher oder klimatisch besser gelegen Lagen Schnee zur Schanze hin gefahren und mit Schneezement bearbeitet, damit die Anlaufspur bis zum Absprung und der Aufsprunghügel bis zum Auslauf ohne Gefahr von den Springern benutzt werden konnte. * Mitte der 60er Jahre fand z.B., neben vielen anderen alpinen Veranstaltungen, ein erneuter großer alpiner Wettkampf, nämlich ein sehr gut besetzter offener Abfahrtslauf in Hainchen vom Ermelskopf bis ins Geiersgrundbachtal statt. Der überwiegende Teil der Mitglieder des Ski-Clubs hatte bereits im vorangegangenen Herbst die Strecke in Hand- und Spanndienst, also in Eigenleistung, als Abfahrtspiste hergerichtet. Hier hatten 59 Rennläufer und Rennläuferinnen aus allen Teilen des Siegerlandes, aus Westfalen und auch Läufer der benachbarten hessischen Vereine gemeldet. Zu dieser Veranstaltung kamen über 700 skibegeisterte Zuschauer, unter ihnen sehr wichtige kommunale Entscheidungsträger (Bürgermeister, Amtsdirektor, Kreisdirektor). Als Anekdoten sind hier neben dem großen sportlichen Wert der Veranstaltung erhalten geblieben, dass z. B. die Läufer der Skigilde Deuz am Start, und nicht nur bei uns, immer erst zwei oder drei Volks- oder Wanderlieder gesungen haben. Diese Minuten des Gesanges waren vor Beginn der sehr harten Rennen immer einige Momente der stillen, inneren Einkehr. Oder ein Teilnehmer (R. Capito) von der Skizunft Neunkirchen, der unter seinem fiktiven bayerischen Künstlernamen *Huber Loisl* als „Abfahrts-Ass“ an den Start ging und tatsächlich, wenn auch nur mit einigen wenigen Zentimetern Vorsprung, in seiner Leistungsklasse den Lauf gegen stärkste Konkurrenz gewann. Nachfolgend ein paar Augenblicke der vorgenannten Veranstaltung in schwarz-weiß Bildern festgehalten:  WP-Foto Club-Vorsitzender Paul Klose (r.) und Geschäftsführer Josef Kringe  WP-Bild-Bericht ************** Der nordische Skisport rückte wegen seiner Faszination „Skispringen“ Ende der 50er Jahre immer mehr in den Vordergrund. So war es nur eine logische Folge, dass im Ski-Club Oberes Johannland Anfang der 60er Jahre die Absicht wuchs, eine Sprungschanze, nämlich eine Jugendsprungschanze, errichten zu wollen. Zu dieser Zeit hatten sich schon alle Veranstaltungen des Clubs nach Hainchen hin verlagert, vor allem der Langlauf wegen der tatsächlich fast immer schneesicheren Lage (bis zu 675 m über NN) und letztendlich auch der Abfahrtslauf. Folge daraus war, dass der zu diesem Zeitpunkt neu zu wählende 1. Vorsitzende, Skikamerad Paul Klose (┼) aus Hainchen kam. Der bis zu diesem Zeitpunkt amtierende Clubvorsitzende Hubert Sting war wegen Wohnsitzswechsels nach Heirat in das Weißtal verzogen und daher räumlich nicht mehr so nahe am Geschehen. Vorstandsmitglieder aus anderen Orten waren kaum noch in der Führung des Ski-Clubs vertreten. Entsprechend dessen wurde auch der Sitz des Ski-Clubs nach Hainchen verlegt.  Foto: Markus Seelbach Einige Hundert-Meter der Langlaufloipe (600 m über NN) auf der Hainchener Höhe Wegen der immer mehr notwendigen größeren Veran-staltungsräumlichkeiten, die möglichst nahe an den Veranstaltungs-Punkten liegen mussten, wurde die Gaststätte Diehl in Hainchen, vor allem auch wegen des Saales (Sinn dessen wird später nochmals erläutert), als neues Clubdomizil festgemacht. Gesagt und Getan. Der Beschluss zur Errichtung einer Sprungschanze war zur Jahreswende 1960/1961 gefasst worden. Und wenn einmal ein Beschluss gefasst war, wurde dieser auch umgesetzt. Es wurden keine so unsinnigen Arbeiten wie „Machbarkeitsstudien“ usw. erstellt, sondern es wurde gehandelt. Wären erst riesige Überlegungen oder Studien und Nachweise für Bedenkenträger erstellt worden, hätte sicher keine Skisprungschanze und Skihütte das Licht der Welt im Oberen Johannland, in den Hainchener Bergen, je erblickt. Vier Punkte, die nach Ansicht der Clubführung positiv sein mussten, wurden vom Clubvorstand vorrangig und nachdrücklich behandelt sowie kurzfristig und endgültig entschieden:
- Standort
- Sicherstellung der Finanzierung
- Bauplanung
- Bauausführung
Zu 1) Mit den Repräsentanten der politischen Gemeinde Hainchen und den Haubergsgenossenschaften „Hombach“ und „A I“ wurden Verhandlungen aufgenommen mit dem Ziel, den Standort und die Genehmigungsfähigkeit der Sportanlage zu finden. Vor Beginn weiterer Ausführungen muss hier einmal dargelegt werden, dass die seinerzeitigen Meinungsbildner in der Gemeinde Hainchen sehr unserem Anliegen zugetan waren, denn auch diese, Bürgermeister Johannes Kringe (┼) , Ratsmitglied Heinrich Stahl (┼) -gleichzeitig Haubergsvorsteher vom Komplex Hombach- sowie der Großteil der weiteren Gemeindevertreter (┼) , aber auch Amtsdirektor Ermert (┼) vom Amt Netphen hatten alsbald erkannt, dass der Ski-Club mit seinen vielen und neuen Aktivitäten erheblich zur weiteren Attraktivität des von der Natur aus wegen der Höhenlage bevorteilten Ortes im Rothaargebirge beitrug.  Wappen der ehemaligen bis zum 31.12.1968 eigenständigen Gemeinde Hainchen Die Vorstandsmitglieder Josef Kringe und Hans Stahl vom Ski-Club haben an einigen Sitzungen des Rates der Gemeinde Hainchen teilgenommen und überzeugend gegenüber den Ratsmitgliedern argumentiert, dass eine solche Sportanlage für den Jugendbereich und den Breitensport notwendig sei. Gleiches galt auch für die Überlegungen mit dem seinerzeitigen Jagdpächter ( ┼ ) , der für die sportlichen Belange der Jugend und den Breitensport überhaupt ein sehr offenes Ohr hatte und nicht die Berge als „sein Hoheitsgebiet mit alleinigem Nutzungsrecht“ ansah. Letztendlich wurde mit allen Beteiligten gemeinsam festgelegt, dass die Sprunganlage mit Kampfrichterturm „Am Ermelskopf“ gebaut werden sollte. Die Haubergsgenossenschaften Hombach und der Komplex A I stellten das notwendige Gelände dankenswerterweise gegen ein nur geringes Entgelt (Zeitwert für Haubergsgelände) kaufweise zur Verfügung. Zu 2) Die Finanzierung einer solchen Skisprunganlage war nicht ganz einfach. Hier mussten mit vielen Gremien Verhandlungen geführt, Nachweise erstellt und Überzeugungsarbeiten geleistet werden, denn die Sprungschanze wurde nicht von der Gemeinde, wie dies bei sonstigen Sportstätten üblich, sondern vom Ski-Club selbst auf eigene Rechnung und selbst zu tragendes Risiko errichtet. Aber wo der feste Wille dahinter steht, ist auch immer ein Weg offen. An der Finanzierung haben sich, nach dem das Gerüst der Finanzierung verbindlich stand, seinerzeit beteiligt: Gemeinde Hainchen, indirekt Amt Netphen, Kreis Siegen, Landessportbund NRW, Land NRW und letztendlich der Club. Weitere damals selbstständige kommunale Gemeinden im Oberen Johannland haben keinen Beitrag zur Finanzierung der Jugendskischanze geleistet. Aber Spenden von der staunenden Bevölkerung kamen herein durch den Verkauf von so genannten „Bausteinen“ zur Errichtung einer Skisprunganlage durch den Club. Erwähnenswert und festzuhalten, aber nachdenkenswert für die heutige Zeit ist, dass der Ski-Club nach der ersten Veranstaltung (Eröffnungsspringen) auf der Sprunganlage dank einer sehr günstigen Finanzierung und einem gewichtigem Spendenaufkommen von der sportbegeisterten Bevölkerung schuldenfrei und im Besitz von Grund und Boden, einer Jugend-Sprungschanze mit Skihütte und überdachtem Kampfrichterstand sowie von notwendigem technischen Gerät war. Zu 3) Geplant im technischen Bereich wurde die Skisprungan-lage nebenberuflich und unentgeltlich, vom Dipl.-Tiefbauingenieur Paul Becker, selbst ein begeisterter Skiläufer, aus Siegen. Unterstützung hat der Planer bei diesen Arbeiten durch die Bauabteilung der Amtsverwaltung Netphen erfahren. Wirtschaftlich wurde die Maßnahme vom Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Josef Kringe bearbeitet. Grundlage der Planung für die Jugendskisprungschanze war die seinerzeitige kleine Olympia-Sprung-schanze in Partenkirchen, im Maßstab um ½ nach unten verkleinert bei Berücksichtigung der geringeren Flugmöglichkeiten; d.h., der KP. der neuen Jugendsprungschanze liegt bei knapp unter 40 m. Die notwendigen Genehmigungen wurden eingeholt bei der Gemeinde Hainchen, bei der Kreisverwaltung Siegen und der Natur-schutzbehörde. Der Westdeutsche Skiverband, der die geplante Anlage auch zum sprungtechnischen Zustand beurteilen musste, erteilte schließlich ebenfalls seine Zustimmung. Leider hatte der seinerzeitige Schanzenreferent vom WSV, Herr Bayer, Düsseldorf, keine Zeit, die Planungsstätte in der Örtlichkeit in Augenschein zu nehmen. Er musste den ursprünglich vorgesehenen Termin einen Tag vor Besichtigung aufgrund persönlicher Hinderungsgründe absagen. Von den eingereichten technischen und wirtschaftlichen Unterlagen war er jedoch so sehr positiv überzeugt, dass die persönliche Inaugenscheinnahme nicht mehr erforderlich war. Zu 4) Nachdem alle Genehmigungen vorlagen und die Finanzierung -die Kosten für die Jugendsprungschanze betrugen damals ohne manuelle Eigenleistungen rd. 14 TDM- gesichert war, wurde zum Jahreswechsel 1962/1963 mit den Bauarbeiten begonnen. Bauausführender Tiefbauunternehmer war die Firma Herzog aus Erndtebrück. Im Herbst des Jahres 1964 wurde die Sprunganlage nach Erbringung erheblicher Eigenleistungen fertig gestellt, so dass die Skispringer der Einweihung entgegen fieberten. Der Kampfrichterturm wurde mit freundlicher und lohnkostenfreier Unterstützung einiger Zimmerleute der beiden Hainchener Sägewerke/Zimmereien, der Fa. Anton Schmitt (Anton Kringe, Robert Diehl (┼) , Walter Stahl, Leo Büdenbender) und der Fa. Wilhelm Büdenbender (Theo Grübener) erbaut. Damals aber schon unter Augenzwinkern aller Beteiligten nicht als Turm, sondern als Skihütte mit separater komplett zu schließender Kampfrichterkabine.  Eigen-Foto Ermelskopfsprungschanze als Naturschanze kurz vor Fertigstellung im November 1964, KP. bei knapp unter 40 m, Höhendifferenz 51 m Die Gemeinde Hainchen, beeindruckt von soviel Tatendrang junger Menschen, tat noch ein Besonderes, sie baute den damaligen nicht Pkw-mässig befahrbaren Hohlweg, der vom Triftkreuz zum Ermelskopf führte und bis dahin ausschließlich der Landwirtschaft diente, u. a. auch mit Mitteln aus dem „Grünen Plan“ zur Lauf- und Fahrstraße aus. So war gesichert, dass eventuell notwendige Rettungsfahrzeuge im Winter zu den Veranstaltungen an der Schanze und zur Abfahrtsstrecke kommen konnten. Dieser neuerbaute Wirtschaftsweg wurde natürlich außerhalb der Winterszeit auch dankend von den landwirtschaftlichen Betrieben zur Bestellung und Aberntung ihrer angrenzenden Liegenschaften, aber auch als Wanderweg von der einheimischen Bevölkerung und dem ab diesem Zeitpunkt langsam einsetzenden Fremdenverkehr in Anspruch genommen.  Geländeübersichtsplan zur Sprungschanze, Skihütte und Abfahrtsstrecke am Ermelskopf  Foto: Markus Seelbach Blick über Hainchen im Jahre 2003, im Hintergrund am Ermelskopf die Anlage der Jugendsprungschanze  Eigen-Foto Schon beim Training vor Eröffnung der Sprungschanze war reges Zuschauerinteresse vorhanden Nach ein paar Probesprüngen im Dezember des Jahres 1964 wurde am Sonntag, dem 03.01.1965 die Jugendskisprunganlage ihrer Bestimmung übergeben.  Eröffnungsbericht der SZ vom 4.1.1965 (teilweise übernommen)  Foto SZ vom 4.1.65 850 Zuschauern bot sich ein prächtiges, farbenfrohes Bild bei der Eröffnung der neuen Jugendsprungschanze in Hainchen Wegen dem Eröffnungstermin (03.01.1965), der lange Zeit vorher bezirks- und verbandsmässig festgelegt worden war, kamen die Verantwortlichen des Ski-Clubs trotz der Wintertage stark ins Schwitzen. Während ab Mitte Dezember 1964 ausreichend Schnee lag, verabschiedete sich dieser weitestgehend bis auf eine geringe Grundlage durch einen plötzlichen und nicht vorhersehbaren Wärmeeinbruch zur Weihnachtszeit. Darausfolgend wurde gezwungenermaßen der geplante Eröffnungstermin am Tag nach Weihnachten 1964 abgesagt. Aber es kam anders als von allen Experten vermutet. Die Minen der Verantwortlichen nahmen wieder menschlichere Züge an und erhellten sich plötzlich, denn am 31. Dezember 1964 und am 1. Januar 1965 hatte der Wettergott ein Einsehen, das Thermometer zeigte unaufhörlich bis erheblich unter den Nullpunkt sinkende Grade an, es fielen in den Hainchener Bergen, gegenüber dem übrigen Rothaargebirge so viele Schneemengen, dass die fertig erstellte Naturschanze kurzfristig schnee- und sicherheitsmässig erneut hergerichtet und das Eröffnungsspringen problemlos durchgeführt werden konnte. 
Foto: Markus Seelbach Blick von der Hainchener Höhe über das Obere Johannland  Selbst die konservative „Siegener Zeitung“, die damals neben den anderen Siegerländer Tageszeitungen über die Eröffnung ortsnah aktuell berichtete, sprach in der sportlichen Berichterstattung sinngemäß von einem Naturwunder wegen des ungewöhnlichen starken Schneefalles zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Gebiet.  Fachgespräche vor dem Start WP-Foto Den Skispringern aus dem eigenen Club sowie sehr vielen Springern mit Rang und Namen aus den Clubs der Bezirke Rothaar, Westerwald und den hessischen Nachbarvereinen wurde die Schanze, nach Eröffnungsansprache des Geschäftsführers / 2. Vorsitzenden Josef Kringe, im Beisein der örtlichen Honoratioren als auch der von der kommunalen Verwaltung und unter dem Jubel von über 850 Zuschauern bei tiefer Schneelage, bei strahlendem Sonnenschein und erträglicher Kälte - ein besseres Umfeld, eine bessere Atmosphäre hätte es nicht geben können - zur Benutzung übergeben. Die Eröffnungszeremonie und das Eröffnungsspringen war nach Meinung der zahlreich erschienenen Fachleute eine wirklich qualitativ hochwertige, sehenswerte, spannende und unvergessliche Sport- Veranstaltung. Dass die Skispringer von unserem Club noch nicht vorne in den Ergebnislisten zu finden waren, versteht sich von selbst. Die unabdingbar notwendigen Trainingsmöglichkeiten zum Skispringen waren bis zum Zeitpunkt der Eröffnung ja nicht oder nur kaum vorhanden.  SZ-Foto Erster Schanzenrekord! E.O. Hassler geht über den Bakken und setzt bei 38,5 m auf  Benannt sind jeweils die drei Besten der einzelnen Klassen Am Eröffnungstage der Jugendsprungschanze wurde die erste vereinseigene Lautsprecheranlage, betrieben mit einer Autobatterie, und die ersten eigenen Funkgeräte in Betrieb genommen. Der damalige erste Vorsitzende des Clubs, Skikamerad Paul Klose war leider an diesem Tage an der Teilnahme der Eröffnungsfeier verhindert, da er mit seiner Gattin die Silberhochzeit feierte. Den Abschluss der gelungenen Eröffnungsveranstaltung krönte am gleichen Abend eine riesige Fete mit der Dorfbevölkerung und den aktiven Skisportlern im Clublokal Diehl in Hainchen. Und hier ist es an der Zeit, die sehr vielen ehrenamtlichen Helfer, besonders auch die Damen des Schreibdienstes, die bei dieser ersten Skisprungveranstaltung und bei weiteren Veranstaltungen des Ski-Clubs im Einsatz waren, zu erwähnen. PC und modernes Schreib- und Rechengerät sowie Fotokopiermaschinen gab es noch nicht, man hatte Glück, wenn eine Schreibmaschine sowie genügend Schreib- und Kohlepapier für die Fertigung der Veranstaltungsergebnisse zur Verfügung stand. Aber auch beim Skispringen die Weitenmesser, die per Zuruf oder Sichttafel ihre festgestellten Ergebnisse an die Sprungrichter und den verantwortlichen Kampfrichterobmann im Kampfrichterturm geben mussten. Weiterhin bedürfen auch die Streckenwarte, die Starter, Zeitnehmer und Ordner bei Skirennen hier der besonderen positiven Erwähnung. Gleiches gilt im Besonderen auch für die Loipenwarte bei Skilanglaufveranstaltungen. Positiv ist auch zu erwähnen, dass auf dieser Sprungschanze überhaupt keine, bestenfalls nur leichte, nicht nennenswerte Unfälle, geschehen sind.  Eigen-Foto Neujahrsspringen 1966, Blick vom Aufsprung zum Start In den folgenden Jahren, mindestens bis zum Beginn der 70er Jahre hatte der Ski-Club Oberes Johannland wirklich eine kaum vorstellbare Blütezeit. Unzählige Veranstaltungen sowohl im nordischen als auch im alpinen Bereich, immer mit sehr hoher Beteiligung, aber auch qualitativ sehr hochwertig besetzt, sind durchgeführt worden. Vielfach haben an den Neujahrsspringen, Pokalspringen oder den späteren Nacht-Springen unter Flutlicht Klassespringer, wie beispielsweise der damalige Deutsche Jugendmeister Ernst-Otto Hassler u.v.a. teilgenommen.  Eigen-Foto Pokalspringen 1967 Z Zusätzlich zu den sportlichen Veranstaltungen hat der Ski-Club in jener Zeit auch viele gesellschaftliche Veranstaltungen für die Bevölkerung, wie Tanzabende, Karnevalsveranstaltungen etc. im Clublokal Diehl in Hainchen durchgeführt. Aus der Sicht des Ski-Clubs waren die internen Feiern nach offiziellen Veranstaltungen bemerkenswert und unvergesslich. Einer der Höhepunkte war unumstritten immer der, wenn unser Sprungobmann des Bezirks Rothaar, Max Auerswald (┼) aus Erndtebrück, gebürtigter Erzgebirgler, nach getaner Arbeit freudig den Heimwehkompressor
(Schifferklavier) herholte und musizierte. Volksmusik und alpenländisches Liedgut waren seinerzeit der Hit. Einige dieser Abende wurden sogar (ohne amtliche Sperrstundenverlängerung) bis zum nächsten Morgen ausgedehnt. Die Kontrolleure für die Einhaltung der Sperrstunde wagten sich bei tiefer Schneelage überhaupt nicht nach Hainchen, denn diese hätten ja bei einem unerwarteten weiteren starken Schneefall erneut einschneien können, wie tatsächlich, Mitte der 50-ziger Jahre bei einer Sperrstundenkontrolle einmal geschehen.
Der Saal des Clublokales hat dem Club daher nicht nur für die Organisation und für Siegerehrungen bei Veranstaltungen, sondern auch des Öfteren für so manchen dabei gewesenen Gast und auch Einheimischen als Feier- und kurzfristig zeitweise auch als Schlafstätte gedient.
Neben den eigenen Veranstaltungen hat sich der Ski-Club sehr rege am Kultur- und übrigen Vereinsleben in der Gemeinde Hainchen und den Nachbarorten beteiligt.
Noch mitteilungswert ist, dass zur Anfangs- und Blütezeit des Ski-Clubs ganz nahe Bindungen zu den Sportredakteuren der drei Tageszeitungen des Siegerlandes (Siegener Zeitung, Westfalenpost, Westfälische Rundschau) bestanden. Somit war gewährleistet, dass die Aktivitäten des Ski-Clubs der Bevölkerung immer aktuell präsentiert wurden. Die Neugierde der sportbegeisterten Bevölkerung am Skisport als Breitensport wurde damit geweckt. Ergebnisse daraus waren erfreulicherweise für den jungen Club, dass Veranstaltungen mit keinen oder nur sehr wenigen Zuschauern oder etwa geringen Teilnehmerzahlen nicht durchgeführt werden mussten. Es war immer volles Haus garantiert
Zu jener Zeit war Pioniergeist im menschlichen wie im sportlichen Sinne gefragt. Natürlich auch im technischen und praktischen Bereich. Und der heutige sichtbare Erfolg und die Kameradschaft sowie Geselligkeit zu jeder Zeit hat den Skikameraden aus der Gründerzeit Recht gegeben. Die angestrebten Ziele wurden erreicht. Alle noch heute lebenden und dem Club angehörenden Gründungsväter waren und sind davon überzeugt, dass unser Ski-Club in einigen Jahrzehnten schon das Merkmal „echter Traditionsclub“ führen wird.
Denn die heutige und die zukünftige Jugend, unterstützt von den älteren Clubmitgliedern, wird alles dafür veranlassen, dass in den in Zukunft folgenden 10, 25 oder 50zig Jahren ein strahlender Ski-Club weiterhin Anlaufpunkt der sportbegeisterten Jugend und Bevölkerung im Oberen Johannland sein wird. Wahrscheinlich der Zeit entsprechend angepasst mit zusätzlichen sportlichen Angeboten und Zielen unterschiedlichster Art, nicht nur dem Skisport selbst (z.B. dem heute für den Club so sehr erfolgreichen Rollski = Grasski, denn die junge Weltklasseläuferin Anna-Lena Büdenbender aus Hainchen, also ein echtes Häner Madche, mehrfache Weltcuplaufsiegerin und 3-fache Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Jugend-Weltmeister-schaften 2004 und 2005 im Grasski ist Mitglied und aktive Rennläuferin des Ski-Clubs Oberes Johannland und liegt heuer, im Jahr 2006 mit 871 Punkten als einzige Deutsche Spitzenläuferin unter den Top ten auf Platz 2 der Worldcup-Rangliste) oder auch dem heutigen aktiv durchgeführten Mountainbiking oder den als Beispiel zu nennenden und in Zukunft evtl. durchzuführenden Seifenkisten- oder Sommerbobrennen.
Aus Sicht der Gründerväter ist freudig festzustellen, dass nach den ersten 50 Jahren die heutige Generation die seinerzeit festgelegten Ziele und Aufgaben mit den sich im Laufe der Zeit ergebenen Neuerungen noch immer konsequent verfolgen. Die Gründerväter sind den heutigen Verantwortlichen des Clubs einerseits dankbar, dass ein aktives, reges und traditionelles Clubleben besteht, in welchem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene wohlfühlen. Andererseits bitten sie jedoch darum, die Ziele und Aufgaben unseres Ski-Clubs in ihrem Handeln immer fest im Auge zu behalten, zumal die Jugend durch ihren unbestreitbaren Fleiß große Erfolge schafft.   Eigen-Foto Januar 2005 Foto Markus Seelbach Februar 2006 Winterwelt am Rothaarkamm, Gemarkung Hainchen
Auch ist hier die Ratsvertretung und die Kommune gefragt, mit Errichtung notwendiger, aber sinnvoller Sportstätten, wie z.B. einer Natur-Sommer-Ski-Schanze, oder einer Grasski-Piste, zumal ideales Gelände zur Verfügung steht, oder ähnlichen der Jugend dienenden Sportstätten, Trainingsmöglichkeiten für Spitzenleistungen anzubieten. Auch wenn die Geldmittel für Sportstätten (wie fast immer) knapp sind, sollte nicht die Verpflichtung und Aufgabe der Kommune vergessen werden, für Sportstätten des Breitensports zu sorgen. Dazu gehört nun mal unabänderlich besonders der Wintersport im Oberen Johannland.
Weiterhin danken die Gründerväter auch all denjenigen aktiven und passiven Clubmitgliedern, welche die im Anfang ausgegebenen Absichten weiterhin als verfolgungswertes Ziel sehen und den Club zu dem gemacht haben, wie er sich heute, nach 50 Jahren, der sehr interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
**************  Eigen-Foto, Winter 2004/05 „Schnee schuhwandern“ in wunderschöner Umgebung am Rothaarsteig © -Weg der Sinne- Bereich Hainchen **************  Hainchener Höhe: „Natur pur“, ein hoffentlich jährlich immer wiederkehrendes Wintererlebnis **************  Heimann
Höhenwasserburg Hainchen im Winter 1982 NS: Diese Abhandlung der Entstehungsgeschichte umfasst im Wesentlichen die Jahre 1955 – 1970, leistet aber keine Gewähr für Voll-ständigkeit, da das 1. Protokollbuch des Clubs mit Gründungsurkunde und Bildnachweisen in späteren Jahren (nach diesem Zeitraum) leider abhanden geko NS: Die Abhandlung der Entstehungsgeschichte umfasst im Wesentlichen die Jahre 1955 – 1970, leistet aber keine Gewähr für Voll-ständigkeit, da das 1. Protokollbuch des Clubs mit Gründungsurkunde und Bildnachweisen in späteren Jahren, also nach dem vorhin genannten Zeitraum, bedauerlicherweise abhanden gekommen ist. Nur persönliche Erinnerungen liegen der Fertigung dieser Abhandlung zugrunde.
Aber aus Platzgründen ist es auch nicht möglich, auf jede seinerzeit durchgeführte Veranstaltung oder jedes den Club betreffende Ereignis ausführlich einzugehen.
Gesucht werden noch Lichtbilder oder auch Zeitungsartikel u.ä., die den Ski-Club während der vorgenannten Zeit betreffen. Nett wäre es, wenn solche verwertbaren Unterlagen noch vorhanden sind, diese dem Verfasser dieses Berichtes gegen garantierte Rückgabe kurzfristig zu überlassen.
Josef Kringe, Gründungsmitglied
Die Entstehungsgeschichte ist auch auszugsweise nachlesbar unter www. sc-oberes-johannland.de - 50 Jahre Ski-Club -
Druck: 09.12.07
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